20 Flat-File-Systeme im Test

14.04.2017 | Code

CMS ohne Datenbank: Mit Flat-File-Systemen schnell und einfach Webseiten bauen. Eine Übersicht über die besten Lösungen.

Flat-File-Systeme sind seit einigen Jahren wieder sehr en vogue. Und sie haben unbestreitbar ihre Vorteile:

  • Ein Flat-File-CMS braucht keine Datenbank und schont damit vor allem kleine Hosting-Pakete.
  • Live-Gänge, Umzüge oder Backups sind mit Flat-File-Systemen per Copy & Paste schnell erledigt. Wer schon mal mit Wordpress umziehen musste, weiß das sehr zu schätzen.
  • File-basierte Systeme sind in der Regel sehr schnell und deutlich unkomplizierter in der Entwicklung.

Natürlich gibt es auch Grenzen: Bei einem groß angelegten Multi-User-Blog mit einer Shop-Erweiterung und diversen Feature-Wünschen würde man sicher nicht auf ein Flat-File-System zurückgreifen. Umgekehrt bekomme ich allerdings immer Bauchschmerzen, wenn ich One-Pager, Portfolio-Webseiten, kleine Webauftritte oder einfache Blogs mit Wordpress realisiert sehe. Denn gerade für solche Fälle sind Flat-File-Systeme wie geschaffen. Allerdings muss man sich klar machen, dass sich viele der Flat-File-CMS eher an Entwickler richten und nur einen begrenzten Kosmos an fertigen Themes, Plugins oder Erweiterungen anbieten.

Flat-File-Systeme: Eine Übersicht

Das Angebot an Flat-File-Systemen ist inzwischen unüberschaubar: Es gibt kommerzielle Lösungen wie Kirby oder Statamic, mit denen sich ganze Shops und Feedback-Foren entwickeln lassen. Es gibt spezialisierte Systeme wie HTMLy für Blogs oder das neue TYPEMILL für Text-Sammlungen, Web-Bücher oder Online-Manuals. Und es gibt Misch-Systeme wie Daux.io, das für die Code-Dokumentation entwickelt wurde und auch als Static Site Generatoren genutzt werden kann.

Gerade das recht neue Daux.io schlägt eine Brücke zwischen den Flat-File-Systemen und den ziemlich gehypten statischen Site-Generatoren wie Jekyll oder Hugo. Bei dem Hype vergessen allerdings viele, dass statische Website-Generatoren in aller Regel eine Arbeit mit der Konsole und damit deutlich erweiterte technische Kenntnisse erfordern. Flat-File-Systeme können dagegen ganz normal von Autoren bedient werden und bieten dennoch einen großen Performance-Vorteil gegenüber Datenbank Systemen. Von daher sollte man vorher genau prüfen, was man genau erwartet und will.

In der folgenden Tabelle sind zahlreiche Flat-File-Systeme mit ein paar Eigenschaften aufgeführt, die für die erste Auswahl wichtig sein könnten. Ich habe die ursprüngliche Tabelle aus dem Jahr 2014 im Dezember 2015 und dann wieder im April 2017 aktualisiert. Die Angaben "Start" und "Zuletzt" können einen Anhaltspunkt liefern, wie jung, aktiv und beständig das System ist.

Die meisten Systeme sind in den Jahren 2013 und 2014 entstanden und einige (wie Dropplets) sind auch schon wieder verschwunden. Auch die seit Jahren nicht mehr aktualisierten Systeme Singularity und Stacey sind aus der Liste entfernt, andere Systeme sind trotz ausbleibender Updates noch so gerade dringeblieben. Nibbleblog wurde inzwischen von Bludit abgelöst, daher wird das System nicht mehr aufgeführt.

Hinzugekommen sind lediglich vier Systeme: CMSimple_XH ist ein recht geschichtsträchtiges CMS aus dem Jahr 2009. Das Design sieht zugegebenermaßen recht old-fashioned aus, allerdings ist die Community sehr aktiv und entwickelt das System ständig weiter. Das bereits erwähnte Daux.io aus dem Jahr 2016 und das gerade gelaunchte TYPEMILL. TYPEMILL ähnelt derzeit noch Daux.io, soll künftig aber eine Admin-Oberfläche bekommen und damit stärker in Richtung Flat-File-CMS gehen.

Weiter unten gebe ich nochmal eine Auswahl-Hilfe und stelle ausgewählte Systeme detaillierter vor.

Name Start Zuletzt Kosten Sprache Besonderheiten
Baun 2014 03.2015 frei PHP Mit Markdown und Twig
Blozilla 2014 10.2015 frei PHP Lief beim Test nicht…
Bludit 03.2015 10.2016 frei PHP Auch für Blogs geeignet
CMSimple_XH 06.2009 12.2016 frei PHP Mit langer Historie
Daux 01.2016 01.2017 frei PHP Für Code-Dokumentationen, ohne Admin
Feindura 2010 09.2014 frei PHP Mit HTML-Editor
FlatPress 2007 06.2015 frei PHP Mit HTML-Editor
Grav 2014 02.2017 frei PHP Open-Source Profi-System
Herbie 2014 10.2016 frei PHP Markdown, Twig und Yaml
HTMLy 2014 06.2016 frei PHP Auf Blogs spezialisiert
Kirby 2009 03.2017 15€ / 79€ PHP Profi-System mit freier Test-Version
Monstra 2012 04.2016 frei PHP Mit XML-Files
Nesta 2010 03.2015 frei Ruby Markdown und Textile
la.Plume 2008 02.2015 frei PHP Mit HTML-Editor
Phile 2013 04.2016 frei PHP Markdown und Twig
Pico 2013 10.2016 frei PHP Markdown und Twig
Pulse 2012 (?) 9.2015 50$ one time / 20$ month PHP Kommerzielles System
Razor 2008 10.2016 frei PHP In-Page-Editing
Statamic 2012 03.2017 199$ PHP Vielseitiges & schlankes Profi-System
TextPress 2012 03.2014 frei PHP Nutzt Git für Artikel-Publikation
TinyAdmin 10.2015 2017 10$ PHP Super reduziertes Script für One-Pager
TYPEMILL 04.2017 04.2017 frei PHP Für Web-Bücher und Online-Manuals, ohne Admin-Board.
Typesetter 2009 02.2016 frei PHP Scheint ehemals gpEasy zu sein.
Sphido 03.2014 12.2015 frei PHP Mit Markdown
WonderCMS 2012 03.2014 frei PHP Mit InPage-Editing
Yellow 2013 12.2015 frei PHP Markdown-Editor in Website integriert

Wer es noch einfacher sucht, der kann sich die Liste von Content-Management-Systemen anschauen, die statische HTML-Seiten nachträglich editierbar machen. Außerdem gibt es auf cmsstash zahlreiche Reviews (im Aufbau).

Empfehlungen schnell und kurz

Um euch die Entscheidung ein wenig zu vereinfachen, gebe ich mal ein paar ganz subjektive und persönliche Empfehlungen ab:

  • Wenn du den ganzen Tag die Console offen hast, dann nimm Grav.
  • Wenn du professionell für einen Kunden entwickeln willst, dann nimm Grav, Kirby, Statamic oder Pulse.
  • Wenn du wunschlos glücklich werden willst, dann nimm Kirby, Statamic oder Grav.
  • Wenn du schnell mal einen simplen Standard-Blog bauen willst, dann nimm HTMLy oder Bludit.
  • Wenn du einen One-Pager erstellen willst, versuch es mit Grav oder ganz simpel mit TinyAdmin.
  • Wenn du die One-Click-Lösung suchst und dich nicht um sonderbare Technik scherst, dann nimm Monstra.
  • Wenn du deinen Blog selbst anpassen willst und Anfänger in der Entwicklung bist, dann nimm doch lieber HTMLy.
  • Wenn du Purist bist und mit Markdown-Files textest, dann nimm Pico, Herbie oder Baun.
  • Wenn du eine Code-Dokumentation erstellen willst, dann nimm Daux.io.
  • Wenn du eine Text-Sammlung, ein Manual oder ein Online-Buch veröffentlichen willst, dann nimm TYPEMILL.
  • Wenn du einen statischen Webauftritt brauchst und auf In-Page-Editing stehst, dann versuch es mit Razor.
  • Wenn du eine Brutalist-Webseite bauen willst oder Inspiration suchst, dann versuch es mal mit Yellow.

Für die Profis: Statamic, Grav, Kirby und Pulse

Wer Webseiten für Kunden baut, sollte auf solide Systeme und langfristig angelegte Projekte setzen. In dieser Liga spielen vor allem die etablierten Systeme Kirby, Statamic und Grav. Grav ist Open Source, Kirby und Statamic sind kostenpflichtig.

Kirby

Kirby ist das traditionsreichste und in jeder Hinsicht beständigste aller Flat-File-Systeme. Es ist im Jahr 2009 entstanden und gehört damit zu den Pioniere im Flat-File-Bereich. Anders als viele andere ist Kirby jedoch nicht über die Zeit veraltet oder sogar eingegangen, sondern es wurde permanent weiterentwickelt und an neue Trends angepasst. Im November 2015 wurde beispielsweise ein komplett neues Release mit neuer Code-Basis veröffentlicht. Dennoch ist Kirby immer noch schlank, elegant und einfach zu bedienen.

Das Flat-File-System Kirby

Kirby ist ein kommerzielles System von dem Entwickler Bastian Allgeier aus Mannheim. Ebenso wie das System ist auch der Preis seit Ewigkeiten stabil: Mit 29,- Euro für eine nicht-kommerzielle Webseite und 79,- Euro für eine kommerzielle Webseite siedelt sich das Projekt im niedrigen Preissegment an und ist dort nach der Preisumstellung von Wettbewerbern wieder allein. Auch das spricht dafür, dass Kirby einfach einen sehr stabilen Markt hat und da kaum noch Platz für ein zweites kommerzielles System bleibt.

Diese lange Kontinuität und der ständige Weiterentwicklung ist auch der Grund, weshalb ich bei einem künftigen Projekt verutlich auf Kirby zurückgreifen würde. Es ist einfach sehr ausgereift und perfekt auf die Bedürfnisse von kleineren Webseiten ausgelegt. Schon die Installation macht Spaß: Es gehört zu den wenigen Systemen, die bei mir nach dem Runterladen sofort ohne irgendwelche Anpassungen liefen und besuchbar waren.

Anders als andere Systeme arbeitet Kirby übrigens nicht mit der Template-Sprache Twig, sondern mit PHP bzw. Kirby-Text. Auch das Theming ist etwas eigen: Es gibt keinen separaten Theme-Ordner, sondern das Theme ist mit dem System eng verwoben, ein Theme-Wechsel per Knopfdruck eher nicht vorgesehen.

Statamic

Seit 2013 habe ich etwa ein halbes Dutzend Webseiten mit dem kostenpflichtigen Flat-File-CMS Statamic gebaut. Lange Zeit war das System mein uneingeschränkter Favourit und diese Webseite läuft immer noch wunderbar mit Statamic 1. Statamic ist nutzerfreundlich, schlank und dennoch enorm feature-mächtig. Das System ist im Jahr 2012 entstanden und war der erste ernstzunehmende Wettbewerber für das kommerzielle System Kirby.

Das Flat-File-System Statamic

Auch Statamic ist sehr beständig, hat allerdings mit der Veröffentlichung von "Statamic 2" Anfang 2016 einen recht weitreichenden Strategie-Wechsel vollzogen. Technisch ist das System vom Micro-Framework "Slim" auf das deutlich größere PHP-Framework Laravel umzogen. Mit über 20 MB kann man Statamic daher nicht mehr wirklich als Lightweight-CMS bezeichnen. Dafür sind viele neue Features wie ein Multi-Language-Support, Drag&Drop-Pages, ein Fieldset-Builder und ein One-Click-Installer hinzugekommen. Ehemals ehemals kostenpflichtige Features wie der Form-Builder und die Suchfunktion wurden in die Core-Version integriert. Außerdem kann man Statamic 2 im Gegensatz zur Version 1 herunterladen und testen, bevor man eine Lizenz erwirbt.

Dennoch haben die Neuerungen ihren Preis: Statamic 2 kostet 199 Dollar pro Installation. Statamic überlässt damit Kirby das günstigere Preis-Segment und sucht sich als neue Zielgruppe vermutlich eher Web-Agenturen und professionelle Dienstleister. Nicht nur preislich, sondern auch vom technischen Konzept bietet sich Statamic damit als Flat-File-Alternative zu modernen datenbank-basierten Systemen wie CraftCMS an.

Grav

Bleibt noch das Flat-File-CMS Grav, soweit ich sehe das einzige Open-Source-System, das in der Liga von Statamic und Kirby mitspielt. Grav hat zu Beginn (2014) für viel Furore gesorgt und die Entwickler-Gemeinde ist immer noch sehr aktiv (Github-Grav). Initiator von Grav ist der RocketTheme-Gründer Andy Miller.

Das neue Flat-File-CMS Grav

Durch den RocketTheme-Hintergrund bietet Grav eine recht beeindruckende Bandbreite an Themes und Plugins. Und auch der Feature-Umfang von Grav ist recht mächtig. Eine Besonderheit von Grav ist das Konzept der modularen Seiten, bei dem sich eine Seite wie beim Lego aus mehreren Unterseiten (Modulen) zusammensetzt. Mit dem Konzept lassen sich zum Beispiel komplexe One-Pager bauen. Ich habe das Konzept mal ausprobiert und mit SWAP ein Portfolio-Theme entwickelt.

So mächtig und flexibel das System auch ist, so hat es aus meiner Sicht immer noch diverse Kinderkrankheiten. Dazu gehört vor allem das Dashboard, das für ungeübte Autoren deutlich überkomplex wirkt und eher für Web-Administratoren konzipiert wurde. Dem Grav-Team ist das Problem bewusst und so arbeitet man seit geraumer Zeit an einer optimierten Pro-Version. Bis dahin bin ich von Grav wieder etwas abgerückt, da unbedarfte Autoren mit dem System einfach nicht zurecht kommen.

Zwei Beispiele: Die Module für den One-Pager lassen sich zwar anlegen, aber anschließend nur durch eine manuelle Umbennennung der Ordner sinnvoll sortieren. Das macht das ganze Konzept etwas zunichte. Auch die Auswahl der Templates im Admin-Dashboard lässt sich nicht so einfach einschränken. Den Autoren dann lang und breit zu erklären, welche Templates sie wofür oder vielleicht auch garnicht nutzen sollen, ist einfach lästig und führt im Nachgang zu einem unnötigen Support-Aufwand. Dennoch bleibt Grav auf der Beobachtungs-Liste, zumal das System kontinuierlich weiterentwickelt wird und auf diesem Niveau nicht viele Alternativen im Open-Source-Bereich gibt.

Pulse

Mit PulseCMS habe ich bislang noch keine Erfahrung, daher kann ich dazu nichts sagen. Es gibt allerdings einige Anhänger des Systems.

Pulse-CMS

Im Dezember 2015 haben die beiden Macher Pulse an Michael Frankland verkauft. Michael hat mit DropkickCMS bereits ein eigenes CMS-Projekt realisiert, von daher darf man gespannt sein, wie sich Pulse mit ihm weiterentwickelt.

Einfache Blogs mit HTMLy

HTMLy ist das dritte System, dass ich häufiger genutzt habe. Es wurde speziell für sehr einfache Blogs und als Alternative zu WordPress entwickelt. Und tatsächlich dürfte HTMLy etwa 80 Prozent der Anforderungen von normalen Blogs abdecken: Verschiedene Post-Arten, Kommentare, einfache Integration verschiedener Google- und Social-Media-Dienste, RSS-Feeds und einiges mehr. Hinzu kommt ein halbes Dutzend relativ schicker und bereits eingebauter Themes mit denen man arbeiten kann.

Erfrischend ist auch, dass HTMLy auf zu viel modernen Schnick-Schnack verzichtet. Alles funktioniert mit normalem PHP, es gibt eine handvoll PHP-Funktionen, die die wichtigsten Snippets wie Beitrags-Listen, Tag-Clouds oder ähnliches ausspielen. Vieles ist im Quellcode noch nicht einmal Objekt-orientiert geschrieben, sondern eher mit gut organisiertem Spaghetti-Code umgesetzt. Damit können Themes auch von Code-Einsteigern nach etwas Einarbeitung entwickelt werden. Die Dokumentation ist allerdings etwas dürftig.

Das super einfache Flat-File-Blog-System HTMLy

Ein Schwachpunkt des Systems ist die ziemlich unorganisierte und hässliche Admin-Oberfläche. Inzwischen wurden zwei verschiedene neue Admin-Oberflächen in GitHub als Pull-Request angeboten, allerdings ist die Weiterentwicklung des Systems doch ganz schön ins Stocken geraten, sodass die Vorschläge auf Halde liegen. Ich selbst habe vor Kurzem eine neue Admin-Oberflläche gebaut und angeboten, die die unterschiedlichen Post-Typen (Text, Bild, Musik, Video, Zitat etc.) betont und das ganze in Richtung Tumblr orientiert. Durch die recht starken Eingriffe dürfte der Vorschlag jedoch nur wenig Chancen auf eine Übernahme haben…

Daux.io und TYPEMILL

Etwas spezieller sind die recht neuen Projekte Daux.io und TYPEMILL. Beide Projekte verfügen (derzeit) über kein Admin-Board, das heißt man schreibt seine Markdown-Files auf dem Desktop und schiebt sie dann in den Content-Ordner des jeweiligen Scripts. Die Scripte erstellen dann on the fly aus den Mardkown-Files eine Webseite mit zugehöriger Navigation.

Daux.io ist dabei ganz klar auf Code-Dokumentationen ausgelegt und schlägt mit einer Statifizierungs-Funktion die Brüche zu den im Code-Bereich sehr beliebten statischen Site-Generatoren. Die Statifizierung funktioniert auch bei Daux.io mit der Konsole, man kann die Seite allerdings auch ohne Statifizierung betreiben. Das Theme von Daux.io ist dreispaltig: Links die Navi, in der Mitte die Bescreibung und rechts die Code-Beispiele.

TYPEMILL: Für Manuals und Text-Sammlungen

TYPEMILL ist mein eigenes Projekt und ähnelt derzeit noch dem (mir lange unbekannten) Daux.io. Auch TYPEMILL hat derzeit noch kein Admin-Dashboard, allerdings ist eins für die Zukunft geplant. Anders als Daux.io hat Typemill jedoch auch keine Statifizierungs-Funktion, da sich das Projekt eher an Nicht-Coder ohne Konsolen-Kenntnisse richtet. Dementsprechend ist TYPEMILL eher für Online-Manuals, Web-Bücher, Handbücher, Tutorials, Lyrik- oder Textsammlungen und ähnliches gedacht.

Bludit

Erwähnenswert ist auf jeden Fall noch Bludit, das im Jahr 2015 das etwas ältere XML-System Nibbleblog abgelöst hat. Bludit profitiert daher von den Erfahrungen mit dem Alt-System und machte bei der Erst-Installation einen sehr guten Eindruck: Es nimmt den Anwender genauso an die Hand, wie man es sich wünscht und macht den Installations-Prozess extrem einfach.

Das Beste aus zwei Welten: Bludit

Auch die Admin-Oberfläche ist aufgeräumt und das Bild-Management komfortabel: Man kann die Bilder einfach hochladen und dann per Button in den Artikel integrieren. Die diverse Themes und Plugins machen das System das System komplett.

Yellow, Pico & Co.

Von den vielen weiteren Systemen nutze ich selber keines aktiv. Spannend fande ich jedoch zum Beispiel Yellow. Yellow kommt aus Schweden. Das alleine ist noch nicht ungewöhnlich, ungewöhnlich ist jedoch die Machart: Bei Yellow kann man sich einloggen und die Seiten direkt über einen kleinen aufpoppenden Markdown-Editor bearbeiten. Angesichts der vielen Lösungen in der Tabelle oben, die nichts weiter machen als das 19. Flat-File-CMS nach dem gleichen Muster zu erstellen, ist das auf jeden Fall eine neue und interessante Variante. Für sehr einfach gehaltene Webauftritte ist das sicher die denkbar nutzerfreundlichste und intuitivste Lösung. Von daher verdient das Projekt auf jeden Fall Beachtung. Nicht jedermanns Sache dürfte allerdings sein, dass man sich einen User per Console anlegen muss.

Yellow CMS: Ein spannendes Flat-File-Experiment

Das Flatfile-System Pico war mal sehr beliebt und repräsentiert ein Flat-File-System für absolute Puristen: Man schreibt den Content am besten per Markdown und lädt die Seiten per FTP hoch. Es gibt zwar ein Admin-Plugin mit einem Markdown-Editor. Das hat bei mir im ersten Versuch allerdings nicht funktioniert.

Funktioniert hat leider auch Blozilla nicht beim ersten Versuch, obwohl der versprochene Visual-Page-Builder ganz reizvoll aussah. Das System hat bei mir aber haufenweise Fehlermeldungen produziert. Ähnlich erging es mir mit Sphido, das ich nicht auf Anhieb zum Laufen bekommen habe. Das muss aber nichts heißen, da ich recht ungeduldigt bin und nicht gern lange bastel. Wer bei den Puristen nach Alternativen sucht, kann auf jeden Fall noch Herbie, Phile oder Baun ausprobieren: Alle scheinen ein ähnliches Konzept zu verfolgen.

Bleiben noch die Systeme mit etwas längerer Entwicklungs-Historie: gpEasy, Monstra und Nibbleblog sind schon einige Jahre auf der Welt und liefen bei meinen früheren Tests immer stabil. Wobei gerade Nibbleblog und Monstra mit XML als File-Basis eine gewisse Besonderheit darstellen. Ebenfalls etwas in die Jahre gekommen ist RazorCMS, ein Flat-File-System, das komplett auf In-Page-Editing setzt. Es wirkt ein wenig überladen, aber grundsätzlich ist der Ansatz erst einmal spannend. Und Razor wird tatsächlich bis zum heutigen Zeitpunkt weiterentwickelt, ist also einen Versuch in jedem Fall wert.

Eine sehr kleine, recht unbekannte kommerzielle Lösung für einfache und schnelle One-Pager ist TinyAdmin. Man wird mit dem Script vermutlich schnell an seine Grenzen stoßen und es ist fraglich, ob man für solche Seiten überhaupt eine Administration benötigt. Das Script mag allerdings für Nutzer geeignet sein, die selbst keine Webseiten erstellen können und nur simpelste Ansprüche an den One-Pager haben. Vom Konzept her ist es auf jeden Fall nicht uninteressant.

Dieser Beitrag gehört zu der Serie "CMS". Das sind alle Artikel der Serie:

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